An dieser Straßenkiste laufe ich in unserem Stadtteil oft vorbei. Die Strukturen, die sich dort auf dem Holzdeckel im Laufe der Jahre als Alterungsspuren gebildet hatten, hatten zuvor kaum meine Aufmerksamkeit auf sich gezogen - bis ... - ja, bis ich im Januar dieses Jahres dort staunend stehenblieb,- denn Raureif hatte diesen Strukturen über Nacht zu einer ganz besonderen Wirkung verholfen!
Es entstand "auf der Stelle" dieses Foto:
Als ich das Raureif-Foto später zum ersten Mal vergrößert auf dem Computer betrachtete, konnte ich mich an der Artenvielfalt der Strukturen gar nicht sattsehen. Schließlich druckte ich mir das Foto auch vergrößert aus. Dabei kam mir die Idee, den ausgedruckten DIN A4-Bogen mithilfe einiger Faltungen, Schere und Klebestift in einen Briefumschlag zu verwandeln. Die Bilder, die dabei sowohl für die Vorder- als auch für die Rückseite des Umschlags entstanden (siehe Fotos oben), gefielen mir sehr.
Der Kopfsteinpflasterstreifen am oberen Fotorand wirkte auf der entstandenen Briefumschlags-Vorderseite fast wie ein Nachthimmel über einer bizarren Landschaft.
Ich verschickte diesen Briefumschlag später in mehreren Exemplaren an die Adressen von Freundinnen und Freunden. Sie konnten bei der Ankunft der analogen Post in ihrem Briefkasten so an der Freude und Überraschung teilhaben, die ich bei der Fertigstellung des ersten Umschlags empfunden hatte.
Im Umschlag befanden sich jeweils mehrere Fotokarten, mit denen ich über die Entstehung dieses Umschlags einiges erzählte.
In den folgenden Wochen und Monaten dieses Jshres sollte ich noch auf weitere Fotomotive stoßen, die ebenfalls in dieser Weise als Briefumschläge auf analoge Postreisen gingen.
Schon zwei Wochen später - ebenfalls an einem Frosttag im Januar - stieß ich während eines Spaziergangs auf ein weiteres interessantes Foto-Motiv.
Für die Werkreihe "Briefumschläge" entstand so schnell ein weiteres Exemplar.
In einer Baggerspur am Uferrand eines Grabens war ein Schneerest so am Boden festgfroren, dass er sofort auf mich figürlich wirkte.
Ich gab ihm spontan den Arbeitstitel "Eis-Vogel" .
Der "Eis-Vogel" war an weiteren zwei kalten Tagen
Ende Januar / Anfang Februar dann nicht noch mal
an derselben Stelle anzutreffen ...
Es boten sich stattdessen dort folgende Anblicke:
22.1.2025 31.1.2025 14.2.2025
Der "Eis-Vogel" vom 22.1.2025 war also ein echter "Glücksfund" !
Bei manchen meiner gefertigten Briefumschläge vom 'Eis-Vogel' beließ ich die Augenpartie in der vorgefundenen Originalfassung (siehe Foto oben). Manchmal fügte ich in die Stelle des Original - 'Auges' aber auch einen kleinen rundausgeschnittenen Monotypie-Schnipsel als "deutlicheres" Vogelauge hinzu (s. Foto hier rechts).
In einer Collage, die später aus einem Bildausschnitt dann entstand, ergänzte ich den Vogelkörper nicht nur mit solch einem Auge, sondern auch noch mit zwei langen Vogelbeinen. Diese waren 2023 als Frottagen aus einem Walnussblattstiel entstanden.und wurden auch schon die Beine eines anderen "long leggs" Vogels.
( Näheres siehe dazu auch auf der Startseite dieser Website unter "2023")
Auch in anderen Jahreszeiten entstanden interessante Fotos, aus denen ich Briefumschläge anfertigte.
Nicht alle kann ich hier zeigen.
Abschließend füge ich aber noch diesen dritten Umschlag hinzu:
... und erzähle auch gerne, wie dieses Foto für den Umschlag
an einem Sommertag im Juli überraschend zustande kam:
In unserem Garten wuchsen in diesem Jahr einige Distelpflanzen,
die sich selbst gesämt hatten.
An einer Pflanze hatte ich einige Blüten und einen pusteblumen-ähnlichen Samenstand abgepflückt. Diese Pflanzenteile legte ich auf einen kleinen Tisch auf unserem Balkon ab, um mit ihnen am nächsten Tag Fotos anzufertigen.
Erstaunt stellte ich am nächsten Morgen fest, dass der Samenstand gar nicht mehr dort auf dem Tisch so lag, wie ich ihn abends dort hinterlassen hatte! Dafür lagen überall auf dem Balkonboden verstreut weiße "Sterne" herum, einige flogen auch noch immer wieder mal hin und her.
Besonders in eine Ecke waren etliche dieser "Sterne" zusammengeweht vor einer Wand bzw. zwischen einigen Gerätschaften liegengegeblieben.
u.a. fotografierte ich dann diese Ecke:
und fertigte daraus in der oben schon beschriebenen Art und Weise einen weiteren Umschlag mit interessanter Vorder - (s.o.) und
Rückseite :





